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Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf den Wein?

Wein und Klima, welcher Zusammenhang? Der Klimawandel, der uns seit einigen Jahren Sorgen macht, hat vielfältige Konsequenzen, nicht zuletzt auch für den Weinanbau und den Wein. Welche Risiken gibt es für die Weinberge weltweit?

 

Wein und Klima - Welcher Zusammenhang?

Müssen wir daran erinnern? Wein ist eine Pflanze, die am stärksten von den Launen des Wetters betroffen ist. Somit sich die Weinlesen von einem Jahr zum anderen und von einer Region zur anderen unterschiedlich, je nach Sonneneinstrahlung, der Niederschlagsmenge und anderen Faktoren.

 

Welche Auswirkungen hat ein wärmeres Klima auf den Wein?

Ein wärmeres Klima hat eine schnellere Reifung der Trauben zur Folge, die Lese muss also früher erfolgen. Unter dem Einfluss der Sonne verwandeln sich die in den Trauben enthaltenen Säuren allmählich in Zucker. Es ist der Zucker, der sich während der Weinbereitung in Alkohol verwandelt. Man zählt durchschnittlich 17 g Zucker pro Alkoholgrad. Die ersten Folgen eines wärmeren Klimas sind somit Weintrauben mit einem höheren Zuckergehalt und ein Wein mit höherem Alkoholgrad.

 

Wein und Klima: Welcher Einfluss auf den Geschmack?

Das Klima beeinflusst nicht nur den Alkoholgrad des Weins, sondern auch seinen Geschmack. Einige Forscher sind sogar der Meinung, dass die globale Erwärmung den Geschmack des Weins in den letzten Jahrzehnten geändert hat. Studien zeigen, dass die Temperatur sich in den letzten 50 Jahren in den großen Weinpflanzungen weltweit um 2 °C erhöht hat, und Klimatologen wie Bernard Séguin sagen voraus, dass der Stil der Weine sich in der Zukunft noch weiter entwickeln wird, mit einer Temperaturerhöhung von 2 °C innerhalb der nächsten 50 Jahre und von 4,5 °C innerhalb der nächsten 150 Jahre. Die Folgen? Eine Auswirkung auf den Geschmack unserer Weine, der proportional zu dem ist, was wir in diesen letzten 50 Jahren erlebt haben.

 

Wein und Klima: Welche Auswirkungen für die Winzer?

Wenn die Temperaturerhöhung global gesehen höhere Produktionsvolumina zur Folge hat, so führt eine Hitzewelle zum gegenteiligen Effekt.  So hat die Hitzewelle von 2003 in der Bourgogne zu einem Rückgang der Gesamtproduktion von 30 % im Vergleich zu 2002 geführt (Quelle: Greenpeace-Bericht: http://www.greenpeace.org/france/PageFiles/266537/changementsclimatiquesimpactsviticulturefrance.pdf  ). Die Temperaturerhöhung führt noch andere Risiken für die Rebpflanze mit sich: neue, aus dem Süden kommende Krankheiten (goldgelbe Vergilbung), ein erhöhtes Risiko von Überschwemmungen und der Bodenerosion aufgrund sintflutartiger Regenfälle, Risiken wiederkehrenden Frühjahrsfrosts und der Schimmelbildung aufgrund der steigenden Temperaturen und der Konzentration von CO2 in der Luft.

 

Pinot Noir: Das große Klimaopfer in der Welt des Weins?

Der Pinot Noir wäre die vom Klimawandel am stärksten betroffene Rebsorte aufgrund seiner eingeschränkten Anpassungsfähigkeit, um weiterhin feine und elegante Weine zu produzieren. Gemäß der Vorhersagen einiger wäre die Rebsorte Pinot Noir in der Côte de Beaune sogar vom Aussterben bedroht. Wann wird es die Syrah-Rebsorte in der Bourgogne geben?

 

Diese Angaben sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Frankreich zum Beispiel erzeugt Qualitätsweine seit mehreren Jahrhunderten und hat es verstanden, viele Hindernisse zu umgehen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Winzer Techniken finden werden, um die Qualität der Weine in ihren Terroirs zu erhalten.

 

Was meinen Sie dazu? Müssen wir fürchten, dass der Klimawandel die Qualität unserer Weine in der Zukunft beeinträchtigt?

 

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