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Die neuen Weinländer: Thailand

Reich verzierte Tempel, wilder Dschungel und wassergesättigte Reisfelder... ein Bild, das man sich von Thailand macht, das weit entfernt von den Weinbergen im französischen Stil ist. In den letzten dreißig Jahren sind jedoch einige Weingüter im Königreich Siam entstanden.

 

Chalerm Yoovidhya, der die Hälfte der Weingüter des Landes besitzt, trotzt dem tropischen Klima und dem Monsun. In den 80er Jahren kam er auf die Idee, die Rebe nach Thailand zu importieren, um Weine für den lokalen Markt herzustellen. Mit der Unterstützung von erfahrenen Winzern lernte der Unternehmer den Umgang mit den Naturelementen. Der Weinanbau dauert hier von November bis Mai, im Herzen der trockenen Jahreszeit. Die roten Gesteinsböden erlauben es zwar, qualitativ gute Trauben zu erhalten, die Luftfeuchtigkeit hingegen schadet der Weinbereitung und der Reifung der Weine. Die aus Europa importierten Rebsorten wie Syrah, Muscat oder Brunello dienen zur Herstellung von Weinen für die kurzfristige Lagerung.

Chalerm Yoovidhya und seine Konkurrenten produzieren Rot-, Weiß- und Roséweine, die sich besonders gut für die thailändische Küche eignen. Ausdrucksstark und würzig, geprägt von Fruchtnoten. Die Roséweine sind frisch und knackig, die Weißweine füllig und jodiert, die Rotweine je nach Hersteller fein oder kräftig. Der von Chalerm Yoovidhya verliehene Impuls hat andere Winzer inspiriert. 2015 zählte das Königreich Siam 4000 Hektar Weinberge in drei verschiedenen Regionen, Khao Yai im Norden des Staates, Pattaya und Hua Hin im Zentrum.

 

Mit 12 Millionen Liter Wein pro Jahr hat sich Thailand als eines der neuen Weinbauländer etabliert.

 

Von Alexandra Reveillon

26.3.2018